"ERA Fellowships – Science Management": Eine ereignisreiche erste Campuswoche geht zu Ende

Am 18. Februar 2020 endete die Bonner Campuswoche der ERA Fellowships. Bei einem Abendempfang im Zoologischen Forschungsmuseum Koenig konnten sich die Fellows noch einmal mit Akteuren der Wissenschafts- und Forschungsfördereinrichtungen sowie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über den umfangreichen Input der Campuswoche austauschen.

Gruppenbild während des Abendempfangs im Museum Koenig
Foto: Bjanka Bethke / DLR Projektträger

Die europäische Vernetzung ist ein wichtiges Erfolgskriterium für exzellente Forschung. Dies gilt auch für das Management  von Wissenschaftseinrichtungen. Wissenschaftsmanager und –managerinnen sind die Wegbereiter für Kooperationen zwischen Forschenden über Ländergrenzen hinweg. Daher ist es wichtig, ihre Kompetenzen und Netzwerke zu stärken. Dies unterstrich auch Wilfried Kraus, Unterabteilungsleiter für Europäische Zusammenarbeit in Bildung und Forschung im BMBF, in seiner Begrüßungsrede.

Deutschland baut im Rahmen seiner nationalen Strategie zum Europäischen Forschungsraum die Zusammenarbeit mit den EU13-Ländern aus. Das Programm der "ERA Fellowships – Science Management" ist ein Teil davon und bringt Wissenschaftsmanager aus den EU13-Partnerländern mit deutschen Wissenschaftseinrichtungen zusammen. Sie erhalten die Möglichkeit, voneinander zu lernen und jene Netzwerke zu stärken, die den Europäischen Forschungsraum voranbringen. Exzellent ausgebildete Wissenschaftsmanagerinnen und -manager leisten einen wichtigen Beitrag zur Effektivität der nationalen Forschungssysteme innerhalb Europas.

Stürmischer Auftakt der Bonner Campuswoche

Für einen sprichwörtlich stürmischen Start der Bonner Campuswoche sorgte Tief "Sabine". Mehrere Fellows sowie Sprecher und Sprecherinnen schafften es nicht rechtzeitig nach Bonn. Das Programm konnte jedoch Dank der Flexibilität aller Teilnehmenden und Vortragenden kurzfristig geändert werden.

Die bereits angereisten Teilnehmenden konnten sich bei einem ersten Abendempfang im August-Macke-Haus kennenlernen und sich über ihre Erwartungen sowie Erfahrungen austauschen.

Die ersten Tage waren vor allem forschungspolitischen Vorträgen wie der Einordnung des Programms in den Europäischen Forschungsraum und der Internationalisierungsstrategie gewidmet.

Diskussionen innerhalb von Gruppenarbeiten sowie High-Panel-Diskussionen ergänzten die Campuswoche. Auch die Vorstellung verschiedener Förderprogramme in Deutschland und Europa kam nicht zu kurz. So konnte ein guter Überblick über die Forschungs- und Förderlandschaft gegeben und auf das Profil und die Anforderungen des relativ jungen Berufsbildes des "Science Managers" eingegangen werden.

Ein weiterer wichtiger Themenblock war das Europäische Rahmenprogramm für Forschung und Innovation sowie die Vorstellung des deutschen Systems der Nationalen Kontaktstellen. Die  anschließenden Roundtables verschiedener Nationaler Kontaktstellen bot den Teilnehmenden die Gelegenheit für Fragen und Diskussionen. Der sogenannte "Brainwalk" als Evaluierungsmethode bot Denkanstöße und Erfahrungsaustausch zum Antrags- und Evaluierungsverfahren. Dies ist eine Art Brainstorming, bei der vorhandenes Wissen gesammelt und geteilt wird.

Anforderungen an das Wissenschaftssystem im Wandel

Viele große Forschungsinrichtungen und Universitäten haben die Wichtigkeit der Science Manager erkannt. Ein nicht unerheblicher Teil der Arbeit von Forschenden wird für das Sichten und Einarbeiten in verschiedene Förderprogramme sowie für die Antragstellung aufgewendet. Dieser Aufwand kann nicht in die eigentliche Forschung investiert werden. Um das Wissenschaftssystem effizienter zu machen, etablieren immer mehr Einrichtungen Science Manager. Die anspruchsvolle Aufgabe besteht auch darin, neben administrativen Fähigkeiten sowie Projektmanagement interdisziplinär zu arbeiten und somit einen fundierten Überblick über die Forschung zu haben. Eine gewisse Transferleistung und Teamarbeit zwischen Verwaltung und Forschung ist wichtig und macht die Arbeit sehr vielschichtig. Dies macht die Science Manager zum Rückgrat der Wissenschaft.

ERA Fellows leisten Transfer in ihre Heimatinstitutionen

Nach einer ereignisreichen Campuswoche starten nun viele Fellows ihre Gastaufenthalte. Während der Gastaufenthalte werden beispielsweise gemeinsame Richtlinien für die Zusammenarbeit oder gemeinsame Anträge sowie wissenschaftliche Artikel geschrieben. Der Austausch befähigt die Teilnehmenden, ihr Wissen an ihre Einrichtung und Mitarbeitenden weitzugeben. So kann beispielsweise  das Know-how für die Antragstellung, Internationalisierung der Einrichtung oder die Vernetzung selbst verbessert werden.

Das Feedback der Teilnehmenden war sehr positiv. Gelobt wurden vor allem die vielfältigen Möglichkeiten der Vernetzung in Deutschland und im Europäischen Forschungsraum, die Informationen zur Antragstellung sowie die unterschiedliche Expertise und Herkunft der Teilnehmenden.

Ausblick auf die Berliner Campuswoche

Eine zweite Campuswoche ist für Anfang Mai 2020 in Berlin geplant. Auch hier wird es wieder einen politischen Teil und einen Theorieteil mit viel Praxisbezug geben. Wissenschaftskommunikation, Technologietransfer und Innovation sind einige Themen, die vorgestellt und bearbeitet werden. Auch in dieser Campuswoche wird es wieder viel Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung geben.

Beitrag zum Europäischen Forschungsraum

Mit der Maßnahme leistet das Bundesministerium für Bildung und Forschung einen nationalen Beitrag zur Erreichung der Ziele des Europäischen Forschungsraumes, der dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert. Die Maßnahme investiert in das Wissen der Beteiligten und hilft so, die Fragmentierung der europäischen Forschung zu verringern.

Durch den gegenseitigen Austausch und den Kompetenzaufbau im Wissenschaftsmanagement werden die nationalen Forschungssysteme effizienter und effektiver. Die Rahmenbedingungen für die Forschung werden verbessert, denn das Wissenschaftsmanagement unterstützt die Forschenden bei der Auswahl geeigneter Förderinstrumente und Antragstellung. Diese Mobilisierung von Wissen stärkt den europäischen Forschungsraum und somit die Wettbewerbsfähigkeit Europas.